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02.11.2017

Zum ersten Mal ist ein kleiner Inselstaat Gastgeber eines UN-Klimagipfels: Die Fidschi laden für zwei Wochen zur Diskussion. Weil die Logistik auf den Inseln im Pazifik überfordert wäre, findet die Konferenz mit ihren 20.000 bis 25.000 Teilnehmern in Bonn statt: am Sitz des UN-Klimasekretariats. Die knapp eine Millionen Einwohner der Fidschi bewohnen rund 100 Inseln. Viele davon sind durch Vulkane entstanden – es gibt sogar Berge über 1000 Meter. Dennoch leiden die Fidschi, wie andere Inselstaaten auch, in besonderer Weise unter dem Klimawandel. In den nächsten Jahren sollen 45 Küstendörfer in höhere Regionen umgesiedelt werden, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“, denn die Ufer versalzen oder werden weggespült.

50 Delegierte senden die Fidschi nach Bonn. „We want to see action”, heißt es in einem Kommentar der „Fiji Times Online“. Vor zwei Jahren hatte ein anderer Vertreter der Inselstaaten, Tony de Brum von den Marshall-Inseln, eine Initiative angeführt, die letztlich das 1,5-Grad-Ziel im Pariser Abkommen verankerte: Die Vertragsstaaten wollen „Anstrengungen unternehmen“, um den Temperaturanstieg unter 1,5 Grad zu halten, sagt Artikel 2.1a. Tony de Brum ist kürzlich verstorben und wurde posthum mit dem Ehrenpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ausgezeichnet (siehe Mitteilung des Bundesumweltministeriums).

Große Entscheidungen werden auf dem Klimagipfel in Bonn, der vom 6. bis 17. November angesetzt ist, nicht erwartet. Erst auf dem nächsten Gipfel 2018 in Polen sollen beispielsweise die Regeln verabschiedet werden, nach denen die Staaten Berichte über ihre Aktivitäten verfassen müssen – und nach denen diese Berichte geprüft werden. Demonstrationen für und gegen den Kohleausstieg wurden in Bonn angemeldet.

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